Klimakrise Deutschland
Bislang ist die Temperatur in Deutschland infolge der Klimakrise seit 1881 um 1,5°C gestiegen. Damit schreitet die Erderhitzung hierzulande schneller voran als im globalen Durchschnitt.
Gesundheitliche Folgen
Die Klimakrise führt zu insgesamt mehr Extremwetterereignissen und dabei vor allem zu mehr Hitzewellen. Die Anzahl heißer Tage in Deutschland hat sich zwischen 1951 und 2018 mehr als versechsfacht und dieser Trend wird sich weiter verstärken. Das führt derzeit pro Jahr zu 6000 bis 7500 zusätzlichen Todesfällen. Insgesamt sind die gesundheitlichen Folgen des zunehmenden Extremwetters vielfältig.
Neben der Belastung durch extreme Hitze ergeben sich weitere gesundheitliche Risiken aus einer Zunahme der Pollen, die Allergien hervorrufen können sowie aus der Verbreitung von krankheitsübertragenden Mücken.
Überschwemmungen und Starkregen
Die Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler im Juli 2021 zeigt, welche zerstörerische und tödliche Bedrohung von Hochwasser ausgeht. Die Gefahr von Überschwemmungen wird zunehmen, denn in Zukunft werden Starkregenereignisse häufiger vorkommen und ausgetrocknete Böden nehmen Niederschlag nicht so schnell auf, sodass es in solchen Situationen leichter zu Überschwemmungen kommen kann.
Um sich in Zukunft vor Flutkatastrophen an Flüssen zu schützen, können diese wieder mehr in ihren natürlichen Zustand versetzt werden. Denn die Begradigung von Flüssen, die Abholzung von Auenwäldern und die Bebauung von Überschwemmungsgebieten haben dazu geführt, dass die Landschaft weniger Wasser zurückhalten kann. Wenn es dann zu vermehrten Regenfällen kommt, steigen die Pegel der Flüsse schneller.
Zunehmende Dürreperioden
Wenn die Pegelstände der Flüsse andererseits durch langanhaltende Dürren fallen, hat dies ernste wirtschaftliche Folgen. Es können dadurch weniger Güter über Flüsse transportiert werden, was zu einem weiteren Preisanstieg führt. Im Jahr 2022 sanken die Pegel mehrerer europäischer Flüsse so weit, dass Binnenschiffe nur zu 30-40% beladen werden konnten. In der Folge wurde vermehrt auf LKW gesetzt, die allerdings sehr viel mehr Treibhausgase emittieren, um die gleiche Menge an Gütern zu transportieren.
Eine weitere Folge der niedrigen Pegel ist eine reduzierte Leistungsfähigkeit von Kraftwerken, die das Flusswasser zur Kühlung benötigen. Aufgrund des Umweltschutzes müssen sie sich an Auflagen halten und die Menge an Kühlwasser reduzieren. Anderenfalls würde sich das Wasser in den Flüssen zu stark erwärmen, was weitreichende ökologische Folgen nach sich zieht. Die Kraftwerke in mehreren europäischen Ländern haben aus diesem Grund im Sommer 2022 weniger Strom produziert. Ein auf dezentralen erneuerbaren Quellen basierendes Energiesystem ist demgegenüber resistenter.
Langanhaltende Trockenheit erhöht außerdem die Waldbrandgefahr. Besonders dramatisch hat sich dies in den vergangenen Jahren in Portugal gezeigt, doch auch in Deutschland verursachen Waldbrände jährlich Schäden in Millionenhöhe.
